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Glossar

Fachbegriffe und Abkürzungen aus der Energieberatung — kompakt erklärt. Förderprogramme, Gesetze, DIN-Normen und Branchen-Standards.

A

AGVO Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung (EU)
EU-Rechtsgrundlage für Förderung an Unternehmen. Setzt Höchstgrenzen für Förderquoten.

B

B.Eng. Bachelor of Engineering
Bachelor-Abschluss im Ingenieurwesen.
BAFA Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Bundesbehörde, bewilligt u. a. BEG-Einzelmaßnahmen und Beratungsförderung.
Bagatellschwelle Bagatellschwelle
Untergrenze, ab der ein Anteil rechnerisch relevant wird. Bei NWG-Mischgebäuden: Wohn- oder Nicht-Hauptnutzungs-Anteil unter 10 % wird typisch nicht separat bilanziert.
BEG Bundesförderung für effiziente Gebäude
Bundes-Hauptförderung für energetische Sanierung; gegliedert in BEG EM, BEG WG, BEG NWG.
BEG EM Bundesförderung für effiziente Gebäude — Einzelmaßnahmen
Förderzweig für Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch oder Dämmung. BAFA bewilligt.
BEG NWG Bundesförderung für effiziente Gebäude — Nichtwohngebäude
Förderzweig für Sanierung von Nichtwohngebäuden. KfW bewilligt.
BEG WG Bundesförderung für effiziente Gebäude — Wohngebäude
Förderzweig für Komplettsanierung zu Effizienzhaus-Standards. KfW bewilligt.

C

§ 35c EStG Paragraph 35c Einkommensteuergesetz
Steuerbonus für selbst genutztes Wohneigentum ab 10 Jahren. 20 % der Aufwendungen über 3 Veranlagungsjahre, max. 40.000 € pro Objekt. Pro Maßnahme exklusiv mit BEG-Zuschuss — entweder/oder.
§ 60c GEG Paragraph 60c Gebäudeenergiegesetz
Pflicht zum hydraulischen Abgleich bei Gas-Zentralheizungen ab 6 Wohneinheiten.
§35c EStG Paragraph 35c Einkommensteuergesetz
Steuerbonus für energetische Sanierung selbstgenutzter Wohngebäude.
CRREM Carbon Risk Real Estate Monitor
Branchen-Standard für CO₂-Reduktionspfade von Bestandsgebäuden.
CSRD Corporate Sustainability Reporting Directive
EU-Pflicht zur Nachhaltigkeits-Berichterstattung für größere Unternehmen.

D

DIN EN 12831 DIN-Norm zur Heizlastberechnung
Normverfahren zur Bestimmung der erforderlichen Heizleistung pro Raum.
DIN EN 16247 DIN-Norm für Energieaudits
Anforderungen an Energieaudits in Unternehmen.
DIN EN 16247-1 DIN-Norm für Energieaudits, Teil 1
Allgemeine Anforderungen an die Audit-Durchführung.
DIN V 18599 DIN-Vornorm zur energetischen Bewertung von Gebäuden
Berechnungsmethode für Nichtwohngebäude — Heizung, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung.
DSGVO Datenschutz-Grundverordnung
EU-Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten, gilt seit 2018.

E

EBN BAFA-Energieberatung Nichtwohngebäude
Bundes-Beratungsförderung für Nichtwohngebäude, bis 80 % bei KMU, max. 8.000 €.
EBW Energieberatung für Wohngebäude
BAFA-gefördertes Beratungsformat (z. B. iSFP).
EDL-G Energiedienstleistungsgesetz
Bundesgesetz. Verpflichtet Nicht-KMU alle 4 Jahre zu einem Energieaudit nach DIN EN 16247-1.
EEE Energieeffizienz-Experten-Liste des Bundes
Zentrales Register für nachweispflichtige Energieberater (KfW/BAFA).
EEW Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft
BAFA-Förderprogramm für Energieaudits und Effizienzmaßnahmen in Unternehmen.
EEW Modul 1 BAFA EEW Modul 1 — Querschnittstechnologien
Förderung effizienter Querschnittstechnologien (Pumpen, Motoren, Druckluft, Ventilatoren) in Unternehmen.
EEW Modul 2 BAFA EEW Modul 2 — Prozesswärme aus Erneuerbaren
Förderung von Wärmeerzeugung aus Erneuerbaren Energien für industrielle Prozesse.
EEW Modul 4 BAFA EEW Modul 4 — Energie-/Ressourceneffizienz
Investitionszuschuss für Effizienzmaßnahmen in Produktion und Gebäuden, energiebezogen.
EEW Modul 5 BAFA EEW Modul 5 — Transformationspläne
Förderung für die Erstellung von Transformationsplänen / Sanierungskonzepten in Unternehmen — max. 50 % Zuschuss, max. 80.000 €.
Effizienzhaus KfW-Effizienzhaus-Standard
KfW-Sanierungsstufen für Wohngebäude: EH 40, 55, 70, 85, 100, Denkmal — referenziert auf Neubau-Standard nach GEG.
EFH Einfamilienhaus
EM-NWG IFB Energetische Modernisierung Nichtwohngebäude
Hamburger Förderung für NWG-Sanierung. Sieben Module — Hülle, Beratung, Qualitätssicherung u. a.
EnEV Energieeinsparverordnung
Vorgängerin des GEG — galt 2002 bis 2020.
EnSimiMaV Energiesicherungsmaßnahmen-Verordnung
Notfall-Verordnung 2022/23 mit Pflicht zum hydraulischen Abgleich. Nachfolgeregelung in § 60c GEG.
ESG Environmental, Social, Governance
Nachhaltigkeits-Bewertungsdimensionen für Unternehmen und Immobilien.
EU-Taxonomie EU-Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten
EU-Klassifizierung, relevant für Investor- und Bank-Reporting.

G

§ 106 GEG Paragraph 106 Gebäudeenergiegesetz
Bei Mischgebäuden Pflicht zur getrennten Bilanzierung von Wohn- und Nichtwohnzonen, sobald der Nicht-Hauptnutzungs-Anteil mehr als 10 % beträgt.
§ 47 GEG Paragraph 47 Gebäudeenergiegesetz
Pflichten für neue Eigentümer eines EFH/ZFH: Dämmung oberste Geschossdecke, Heizungstausch und Rohrdämmung — innerhalb von 2 Jahren nach Erwerb.
§ 72 GEG Paragraph 72 Gebäudeenergiegesetz
Austauschpflicht für Konstanttemperaturkessel über 30 Jahre. Ausnahme: Selbstnutzer, die das Haus bereits am 01.02.2002 bewohnten.
§ 80 GEG Paragraph 80 Gebäudeenergiegesetz
Pflicht zum Energieausweis bei Verkauf, Vermietung, Verpachtung oder Aushangpflicht.
§ 88 GEG Paragraph 88 Gebäudeenergiegesetz
Definiert die Anforderungen an eine Energieberatung — Grundlage für die BAFA-Förderung.
GEG Gebäudeenergiegesetz
Bundesgesetz, regelt energetische Anforderungen an Gebäude.
GIM IFB-Geringinvestive Maßnahmen
Hamburger Förderung für hydraulischen Abgleich, Pumpentausch und kleine Heizungsoptimierungen — 15 % Zuschuss, max. 3.000 €/WE.
GModG Gebäudemodernisierungsgesetz
Geplanter Nachfolger des GEG. Stand 13.05.2026: Kabinettsbeschluss, Gesetzentwurf, noch nicht in Kraft.

H

HmbIngG Hamburgisches Ingenieurgesetz
Hamburger Landesgesetz, regelt die Berufsbezeichnung Ingenieur.
HOAI Honorarordnung für Architekten und Ingenieure
Bundesverordnung mit Honorarrahmen für Planungs- und Bauleistungen. Nicht Gegenstand der Energieberatung.
Hybrid Hybrid-Heizsystem
Kombination aus zwei Wärmeerzeugern mit gemeinsamer Regelung — typisch: Wärmepumpe + Gas-Spitzenlastkessel.

I

IFB Hamburgische Investitions- und Förderbank
Hamburger Landesförderbank — IFB-Wärmeschutz, IFB-Erneuerbare Wärme, IFB-Heizungsförderung.
IFB Mod-A IFB-Klimaschutzprogramm Mietwohngebäude A
Hamburger Förderung für vermietete MFH ab 3 WE bei energetischer Modernisierung. Stufenförderung 144–484 €/m² Wohnfläche.
iSFP Individueller Sanierungsfahrplan
BAFA-gefördertes Beratungsformat mit Maßnahmen-Roadmap. Löst bei Umsetzung +5 % iSFP-Bonus aus.

J

JAZ Jahresarbeitszahl
Verhältnis erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom bei Wärmepumpen. Förderung verlangt meist mindestens 2,7.

K

KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
Staatliche Förderbank des Bundes.
KfW 261 KfW-Programm 261 — Wohngebäude Kredit
BEG-WG-Komplettsanierung als Förderkredit mit Tilgungszuschuss. Effizienzhaus-Stufen 85/70/55/40, jeweils auch als EE-Klasse mit höherer Quote.
KfW 262 KfW-Programm 262 — Wohngebäude Zuschuss
BEG-WG-Komplettsanierung als Direktzuschuss. Effizienzhaus-Stufen 85/70/55/40, jeweils auch als EE-Klasse mit höherer Quote.
Klimageschwindigkeitsbonus Klimageschwindigkeitsbonus (KfW 458)
Förder-Bonus bei Heizungstausch funktionierender Altanlagen ab 20 Jahren. Bis 31.12.2028 voll, danach abschmelzend.
kommunale Wärmeplanung Wärmeplanungsgesetz (WPG)
Bundesgesetz 2024. Pflicht für Kommunen, bis 2026 (>100.000 EW) bzw. 2028 Wärmenetz- und Dekarbonisierungspläne aufzustellen.
Konstanttemperaturkessel Konstanttemperaturkessel
Alter Standardkessel ohne Brennwert- oder Niedertemperatur-Technik. § 72 GEG verbietet den Weiterbetrieb ab 30 Jahren.

M

M.Eng. Master of Engineering
Master-Abschluss, anwendungsorientiert.
M.Sc. Master of Science
Master-Abschluss, forschungsorientiert.
Mehrzonenmodell Mehrzonenmodell DIN V 18599
Bilanzierung eines Nichtwohngebäudes als getrennte Zonen je Nutzungsart — Pflicht bei mehr als einer Nutzungsart.
MFH Mehrfamilienhaus
Mischsystem Heizungs-Mischsystem
Mehrere Wärmeerzeuger parallel im selben Gebäude — z. B. Gas-Kessel plus Wärmepumpe oder Fernwärme plus Holzkessel. Zonenweise oder als Hybrid betrieben.

N

NRF Nettoraumfläche
Beheizte Nutzfläche eines Gebäudes nach DIN 277 — ungefähr die Summe aller Innenräume.
NWG Nichtwohngebäude

P

Prozesswärme Prozesswärme
Industrielle Wärme für Produktionsprozesse (Trocknen, Erhitzen, Kochen) — getrennt von der Gebäudebeheizung. Eigene Förderschiene über BAFA EEW.
PV Photovoltaik
Stromerzeugung aus Sonnenenergie über Solarzellen.

S

Sanierungskonzept DIN V 18599 Sanierungskonzept nach DIN V 18599
Vollbilanz eines Nichtwohngebäudes als Maßnahmen-Roadmap. Datengrundlage für KfW-BEG-NWG-Antrag und für BAFA EEW Modul 5 Transformationsplan.
SHK Sanitär, Heizung, Klima
Handwerksberuf für Anlagentechnik im Gebäude.

T

TDDDG Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz
Datenschutzgesetz für digitale Dienste, ergänzt die DSGVO (vormals TTDSG).
TGA Technische Gebäudeausrüstung
Heizung, Sanitär, Lüftung, Elektro — alle technischen Anlagen im Gebäude.

U

U-Wert Wärmedurchgangskoeffizient
Misst, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Niedriger = besser gedämmt.
UfR IFB Unternehmen für Ressourcenschutz
Hamburger Förderung für Energie- und Material-Effizienz in Unternehmen.
UfR-EffizienzCheck IFB-Programm Unternehmen für Ressourcen — EffizienzCheck
Hamburger IFB-Förderung. Bezuschusst die Energieberatungsleistung selbst — bis zu 80 % bei NWG-Mandaten.

V

Verfahren B Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B
Raumweise berechneter hydraulischer Abgleich, Pflicht für die meisten Förderprogramme. Verfahren A ist grob geschätzt und nicht förderfähig.
Vorhabenbeginn Vorhabenbeginn-Regel
Förderantrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden. Wird der Vertrag mit dem Fachunternehmen unterschrieben, ohne dass ein Förderantrag vorliegt, ist die Förderung für diese Maßnahme in der Regel verwirkt.

W

WDVS Wärmedämmverbundsystem
Außenseitige Fassadendämmung mit Dämmstoff, Putzträger und Putz — typische BEG-EM-Maßnahme.
WEG Wohnungseigentümergemeinschaft
WEGfinanz IFB-WEGfinanz
Vereinfachtes Darlehensverfahren für WEG bis 35.000 €/WE — ohne grundbuchliche Sicherung.
WG Wohngebäude
WPB Worst-Performing-Building-Bonus
Zusatz-Förderung für die energetisch schlechtesten Bestandsgebäude (oft niedrigste Effizienz-Klasse).
WSchVO Wärmeschutzverordnung
Vorgängerin der EnEV/GEG — regelte Wärmedämmung von Gebäuden 1977–2001.

Z

ZFH Zweifamilienhaus

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