Wohngebäude
Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)
Ein iSFP ist ein BAFA-geförderter, schriftlicher Sanierungsfahrplan, der Maßnahmen über 10–15 Jahre priorisiert.
Schrittweise Sanierungsstrategie mit Reihenfolge, Förderpfad und Wirkung pro Maßnahme — BAFA-gefördert.
Problem / Anlass
Bestandsgebäude werden selten in einem Zug saniert — Dach, Fassade, Fenster, Heizung und Lüftung kommen meist über mehrere Jahre dran. Wer die Reihenfolge falsch wählt, verliert Förderung, baut zweimal an die gleiche Stelle oder dimensioniert die spätere Wärmepumpe auf eine unsanierte Hülle.
Der individuelle Sanierungsfahrplan beantwortet drei Kernfragen: Welche Maßnahme zuerst? Welche Effizienzstufe ist im Bestand realistisch? Welche Förderprogramme greifen in welcher Reihenfolge — und welche schließen sich aus?
Typische Anlässe: anstehender Heizungstausch in Kombi mit Hüllenertüchtigung, mehrjährige Sanierungsstrategie über 10–15 Jahre, Vorbereitung größerer BEG-EM-Vorhaben, für die der iSFP die förderfähigen Kosten verdoppelt, oder Nachrüstpflichten nach Eigentümerwechsel (§ 35 GModG) als Auslöser für eine geordnete Roadmap.
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist eine BAFA-geförderte Energieberatung nach BEG-Regelwerk. Er liefert eine schrittweise Sanierungsstrategie mit Reihenfolge, Förderpfad und Wirkung pro Maßnahme. Wer Maßnahmen aus dem iSFP über die BEG EM fördern lässt, kann doppelt so hohe Kosten ansetzen; ab 30.000 € förderfähigen Kosten erhält der Teil über der regulären Höchstgrenze 5 Prozentpunkte Bonus.
Für wen?
- EFH/ZFH-Eigentümer mit mittelfristigem Sanierungsplan über mehrere Jahre
- MFH und WEG, je nach Eigentümerstruktur als Beschluss-Grundlage
- Sanierungswillige mit größeren BEG-EM-Vorhaben ab 30.000 €, die den iSFP-Bonus nutzen wollen
Liefergegenstand
- Priorisierter Sanierungsfahrplan
- Vergleich Einzelmaßnahmen-Pfad oder Komplettsanierung-Pfad
- Wirtschaftlichkeitsabschätzung pro Maßnahme
- Förderpfad-Empfehlung (BAFA, KfW, IFB Hamburg)
- BAFA-konformer Bericht, 15 Jahre antragsfähig für Folgemaßnahmen
Klingt nach Ihrem Vorhaben?
iSFP für mein Gebäude einordnen lassenAblauf
- Erstgespräch zur Einschätzung von Anlass, Zielen und Datenlage
- Vor-Ort-Termin mit Datenaufnahme an Hülle und Anlagentechnik
- Berechnung, Variantenanalyse und Wirtschaftlichkeit
- Bericht-Erstellung im BAFA-Format
- Übergabe-Termin mit ausführlicher Erklärung
Voraussetzungen und benötigte Unterlagen
Je besser die Datenlage zu Beginn, desto schlanker der Aufnahme-Termin. Was fehlt, wird gemeinsam erhoben.
- Grundrisse, Schnitte und Lageplan, soweit vorhanden (PDF oder Bauantrags-Pläne)
- Frühere Energieausweise, Modernisierungs- oder Dämmnachweise, Heizungs-Wartungsprotokolle
- Energieverbräuche der letzten drei Jahre (Heizung, Warmwasser, Strom)
- Übersicht der bisherigen Sanierungsmaßnahmen mit ungefähren Jahreszahlen
- Zeitliche und finanzielle Vorstellung der nächsten Schritte (für die Maßnahmen-Reihenfolge)
- Zugang zu allen Räumen und zum Heizungsraum für den Vor-Ort-Termin
Fehlende Unterlagen werden im Erstgespräch geklärt — vieles lässt sich auch im Vor-Ort-Termin gemeinsam aufnehmen.
Förderung
Das BAFA fördert die iSFP-Erstellung anteilig über die Bundesförderung Energieberatung für Wohngebäude (EBW). Für BEG-EM-Einzelmaßnahmen aus dem Fahrplan, die innerhalb von 15 Jahren umgesetzt werden, verdoppeln sich die förderfähigen Kosten; der Mehrbetrag erhält 20 statt 15 % — seit 21.07.2026 erst ab 30.000 € förderfähigen Kosten (Einfamilienhaus). Aktuelle Konditionen siehe Förder-Hub.
Zum Förder-Hub →Häufige Fragen
Wann ist ein iSFP für ein Einfamilienhaus sinnvoll?
Der iSFP ist sinnvoll, wenn mehrere Sanierungsschritte über mehrere Jahre geplant sind und Dämmung, Fenster oder Anlagentechnik in einem Vorhaben mehr als 30.000 € kosten — dann verdoppelt der iSFP die förderfähigen Kosten und bringt 5 Prozentpunkte Bonus auf den Mehrbetrag. Für reine Einzelmaßnahmen ohne mittelfristige Sanierungsstrategie ist er nicht zwingend erforderlich. Die BAFA fördert die iSFP-Erstellung anteilig.
Wie hoch ist der iSFP-Bonus konkret?
Seit 21.07.2026 gilt: Mit iSFP steigen die förderfähigen Kosten im Einfamilienhaus von 30.000 auf 60.000 € je Kalenderjahr. Die ersten 30.000 € werden mit 15 % gefördert, nur der Teil darüber mit 20 %. Unter 30.000 € förderfähigen Kosten gibt es keinen Bonus. Voraussetzung: Der geförderte iSFP liegt bei Antragstellung vor, und die Maßnahme aus dem Fahrplan wird innerhalb von 15 Jahren nach Erstellung umgesetzt. Für den Heizungstausch gibt es keinen iSFP-Bonus. Stand: 11/2026.
Wer darf einen iSFP erstellen?
Nur Energieeffizienz-Experten, die in der EEE-Liste des Bundes (Energieeffizienz-Experten-Liste) gelistet sind. EnBarge erfüllt diese Voraussetzung. Die BAFA prüft die Listung vor der Förderbewilligung.
Wie lange ist ein iSFP gültig?
Der iSFP ist 15 Jahre für die Bonus-Inanspruchnahme gültig — innerhalb dieses Zeitraums können daraus Maßnahmen umgesetzt werden, die den iSFP-Bonus auslösen (seit 21.07.2026 ab 30.000 € förderfähigen Kosten). Inhaltlich sollte er bei wesentlichen Förder- oder Norm-Änderungen aktualisiert werden.
Wie lange dauert die iSFP-Erstellung typischerweise?
Ein iSFP dauert in der Regel 3 bis 6 Wochen nach dem Vor-Ort-Termin. Der genaue Zeitrahmen hängt von Datenlage und Sanierungstiefe ab. Vor-Ort-Aufnahme, Bilanzierung, Bericht-Erstellung und Übergabe-Termin sind eingerechnet.
Verwandte Leistungen
Vertiefung im Wissens-Hub
Was nicht enthalten ist
Für eine einzelne Maßnahme (z. B. Heizungstausch) ist die Heizungsoptimierung BEG-EM oft passender — ohne den iSFP-Overhead.
- Kein Ersatz für Bauantragsunterlagen
- Keine HOAI-Fachplanung
- Keine Antragstellung als Dienstleister-Service
Honorar
Kundenanteil ab 1.650 € brutto (EFH/ZFH; Beratungskosten 2.300 € brutto abzgl. BAFA-Zuschuss 650 €). MFH Kundenanteil ab 2.350 € brutto (3.200 € abzgl. 850 €). WEG-Versammlungs-Modul 250 € (nach einmaligem WEG-Bonus, 500 € abzgl. 250 €).
Endpreise inkl. 19 % USt (Verbraucherpreise). Verbindliche Festpreise nach kurzer Aufwandsklärung im Erstgespräch.
Im Erstgespräch klären
15 Minuten, kostenfrei, unverbindlich — wir klären, ob diese Leistung zum Vorhaben passt.